Alzenau, 22. Oktober 2019. Bevor Maschinen und Werkzeuge beim Rückbau von Großkomponenten wie beispielsweise dem Reaktordruckbehälter in einem Kernkraftwerk zum Einsatz kommen, sollten sie zuvor in einer Testanlage geprüft werden. Diese Prüfung an maßstabsgetreuen Nachbauten von Großkomponenten wird auch als Mock-Up bezeichnet.

Da Reparaturen beim tatsächlichen Rückbau in kerntechnischen Anlagen risikobehaftet bis unmöglich sein können, werden alle Arbeitsschritte im Mock-Up wie in einer Generalprobe getestet. Dabei wird nicht nur die Funktionsweise erprobt, sondern auch der Prozess optimiert. Eine Testumgebung frei von strahlungsbedingten Risiken ermöglicht die vereinfachte Umsetzung dieser Optimierungen.

Die Tests folgen dem real umzusetzenden Konzept eines parallelen Arbeitens. Hierzu werden zunächst in einer Vorzerlegung in Einbaulage der Komponenten große Schnittstücke erzeugt, welche in einem räumlich separaten Nachzerlegeplatz weiter zerkleinert werden.

In der ersten Stufe der Zerlegung wird der Reaktordruckbehälter mittels autogenem Brennschneiden in Ringe von bis zu 2,5 m Höhe, sogenannte Schüsse, vorzerlegt. Die Versuche erfolgen an einem Modell mit ca. 6 m Durchmesser. Die beim Brennschnitt erzeugten Rauchgase werden im Inneren des Druckbehälters durch einen Kontaminationsschutzdeckel zurückgehalten bzw. abgesaugt und gefiltert. Der Kontaminationsschutzdeckel trägt zudem das Führungssystem für die autogene Brennschneidanlage, womit der umlaufende Trennschnitt fernhantiert durchgeführt werden kann. Auf diese Weise wird der Reaktordruckbehälter sukzessive von oben nach unten vorzerlegt.

Die Schüsse aus der Vorzerlegung werden anschließend im Nachzerlegeplatz in verpackungsgerechte Größen für die Abkling- bzw. Endlagerung zerlegt. Im Nachzerlegeplatz werden die Arbeiten fernhantiert durch einen Industrieroboter vorgenommen. Die Anpassung der Steuerung auf die entsprechend notwendigen Bahnkurven wird im Mock-Up ebenfalls mit Hilfe realitätsgetreuer Modelle vorgenommen.

Die ausführliche Erprobung der Einrichtungen im Mock-Up garantiert die Aufnahme des Baustellenbetriebs mit Equipment, bei dem anfängliche Schwachpunkte bereits behoben und optimale Prozessparameter ermittelt sind. Die meist eng gesteckten Zeitpläne für die entsprechenden Rückbauarbeiten können so mit geringerem Risiko von Verzögerungen eingehalten werden.


NUKEM Technologies in Alzenau, Deutschland, ist weltweit aktiv in den Bereichen Management von radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen, Stilllegung von nuklearen Einrichtungen, Ingenieurtechnik und Consulting. Seit 2009 ist NUKEM Technologies Teil der ASE-Gruppe (Engineering Division des Staatskonzerns Rosatom).

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