Cadarache/Alzenau, 12. Juni 2018. ITER ist ein nach Tokamak-Prinzip arbeitender Fusionsreaktor, der am Standort Cadarache in Frankreich gebaut wird. Mit dem ITER-Reaktor soll demonstriert werden, dass Energiegewinnung durch die Fusionsreaktion von Deuterium und Tritium möglich ist. Im Dezember 2025 soll das erste Plasma maschinell erzeugt werden. Bereits vor dem Abschluss der Bauarbeiten liegen die aus der Stilllegungs- und Rückbauanalyse gewonnenen Erkenntnisse vor. 

Ein Konsortium bestehend aus AMEC Foster Wheeler (jetzt bekannt unter dem Namen WOOD PLC und unterstützt durch AJR consulting) und NUKEM Technologies Engineering Services GmbH (NTES) wurde für die Durchführung der ITER-Rückbaustudie ausgewählt. Vertreter aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Deutschland waren mit ihrem nuklearen Know-how am Konsortium beteiligt. 

In enger Zusammenarbeit mit der ITER Organization mussten etwa 100 Dokumente nach relevanten Informationen untersucht werden, die Aufschluss über das nach dem Ende der ITER-Plasmavorgänge rückzubauende Equipment bringen sollten. Bei den Dokumenten handelte es sich unter anderem um den mehrere Hundert Seiten umfassenden ITER-Sicherheitsbericht und andere umfangreiche Dokumente (allein die Stückliste mit Informationen über die beim Bau des ITER-Reaktors eingesetzten Werkstoffe umfasst mehrere Hunderttausende Einträge). Die 3D-Modelle aller ITER-Anlagen, die dem französischen Atomenergiegesetz unterliegen werden, konnten im Rahmen der Studie entscheidende Erkenntnisse über den Standort der Ausrüstungen, deren Abmessungen sowie Zugänglichkeit liefern. Um sich mehr Klarheit über die eventuellen Einschränkungen zu verschaffen, mussten zusätzliche Angaben zu den Sicherheitsparametern der Räume (Strahlenbereiche, Lüftungsbereiche etc.) zusammengetragen werden. 

Mit dem im Konsortium vertretenen Fachwissen der Experten aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Deutschland wurden die für den Rückbauvorgang erforderlichen Arbeitsschritte sowie deren Dauer bewertet. In einigen Fällen wurden wissensbasierte Annahmen getroffen. 

Bei der Analyse ist man für manche Teile von ITER nach Systemen und für andere Teile von ITER Ebene für Ebene bzw. Raum für Raum vorgegangen. Nachdem sich unter anderem aus den ersten Erkenntnissen der Studie Änderungen ergeben haben, musste die Grundlage für die Analyse während des Prozesses angepasst werden. Bei Bedarf konnte auf die fachlichen Erfahrungen des Konsortiums zurückgegriffen werden, um für die Rückbaustudie erforderliche Annahmen über die Eigenschaften des Equipments treffen zu können. Nach der Genehmigung durch ITER bildeten diese eine gemeinsame Grundlage für die Analyse. 

Das fundierte Fachwissen der am Projekt beteiligten Unternehmen leistete einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Projekts. Häufige Besprechungen innerhalb des Konsortiums und mit den ITER-Mitarbeitern haben eine maßgebliche Rolle dafür gespielt, dass ein klares Verständnis der Prozesse in allen Anlagen gewonnen werden konnte. Besonders hervorzuheben ist eine erfolgreiche auf gegenseitigem Verständnis basierte Kommunikation zwischen den Partnern, die selbst durch einige Überraschungen in puncto Unterschiede zwischen den Vorschriften zur Behandlung von radiologischen Fragen nicht beeinträchtigt werden konnte. Bei der Planung der Reihenfolge von den erforderlichen Schritten für den Rückbau der Gesamtanlage galt das Augenmerk nicht nur der Behandlung von tritiumhaltigem Abfall. An erster Stelle stand stets die Sicherheit. Zu diesem Zweck wurden spezielle Vorgehensweisen entwickelt, bei denen z.B. alle Räume vor dem Betreten durch das Personal dekontaminiert werden müssen, gegebenenfalls mit Einsatz von Robotern. Mögliche künftige Rückbauverfahren waren kein Gegenstand der Studie, sie basiert auf bereits existierenden Methoden.

Mit der Studie wurde der Nachweis erbracht, dass ein sicherer Rückbau des ITER-Reaktors möglich ist. Bei der Abschlussbesprechung Mitte März brachte ITER seine vollste Zufriedenheit mit der Arbeit des Konsortiums zum Ausdruck.


NUKEM Technologies in Alzenau, Deutschland, ist weltweit aktiv in den Bereichen Management von radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen, Stilllegung von nuklearen Einrichtungen, Ingenieurtechnik und Consulting. Seit 2009 ist NUKEM Technologies Teil der ASE-Gruppe (Engineering Division des Staatskonzerns Rosatom).

Kontakt:
Bea Heinze
NUKEM Technologies GmbH
Industriestrasse 13, 63755 Alzenau
Tel: +49 6023 91-1549,
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nukemtechnologies.com

Wir benutzen Cookies
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.